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Theaterprogramm Neumünster im Mai 2026
Neumünster. Witz, Wut und Wahnsinn geben den Auftakt für den Spielplan des Theaters Neumünster im Mai. Die Komödie „Alte Meister” von Thomas Bernhard zeigt am Mittwoch, dem 6. Mai, die eigenartige Routine eines grantelnden Musikkritikers und selbsternannten Kunstphilosophen. Seit über 30 Jahren besucht er täglich das Kunsthistorische Museum in Wien, da er den entscheidenden Makel in Tintorettos Bildnis finden will. Seine Methode der Kunstbetrachtung: „Erst wenn wir immer wieder darauf gekommen sind, dass es das Ganze und das Vollkommene nicht gibt, haben wir die Möglichkeit des Weiterlebens. Wir halten das Ganze und das Vollkommene nicht aus.“ Der Museumswärter unterstützt ihn bei der Suche nach Halt in einer Welt, die er für unzulänglich hält. Der vielfach preisgekrönte Regisseur Dušan David Pařízek inszenierte die berühmte Romanvorlage für das Volkstheater Wien mit präziser Handschrift und feinem Gespür für die szenische Umsetzung. Da es sich um die erste Aufführung eines Werkes des berühmten Autors in Neumünster handelt, übernimmt die Präsidentin der Internationalen Thomas-Bernhard-Gesellschaft die Werkeinführung um 19:15 Uhr im Foyer.
„Hokuspokus“ heißt die theatrale Schöpfungsgeschichte der renommierten Theatergruppe „Familie Flöz“, die am Freitag, dem 8. Mai 2026, mit ihrem stummen Maskenspiel zu verzaubern weiß.
„Zoom! - Eine Komödie in vier Fenstern“ stammt aus der Feder des Kabarettisten und Moderators Christian Ehring, der durch die Satiresendung „Extra3“ bekannt wurde. Vier Geschwister, eine Videokonferenz und ein heikler Anlass: Ein Geschenk zur Goldenen Hochzeit der Eltern soll her. Was harmlos beginnt, entwickelt sich zu einem rasanten Schlagabtausch über Werte, Weltbilder und Wahn. Denn jeder hat andere Vorstellungen davon, worüber sich die Eltern freuen würden. Die Suche nach einem Präsent wird zu einer gnadenlos komischen Abrechnung mit Kindheit, Charakteren und Lebensentwürfen – und am Ende finden sie doch wieder zueinander. Eine pointierte Gesellschaftssatire über Denkblasen und Familienbande, zu sehen am Samstag, den 09. Mai 2026.
Ein Haus an einem märkischen See, in dessen Wänden fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte steckt. Es wurde in den 1930er Jahren erbaut und durchlebte die Weimarer Republik, das Dritte Reich, den Krieg und dessen Ende, die DDR, die Wende und die Nachwendezeit. Anhand der Lebenswege seiner Bewohnerinnen und Bewohner zeichnet Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung” die politischen Umbrüche Deutschlands nach – bis das Haus schließlich abgerissen wird. Jenny Erpenbeck gilt als Anwärterin auf den Literaturnobelpreis und wurde für ihre Werke mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Ihre Romane sind in über 30 Sprachen übersetzt. Die Badische Landesbühne ist zum ersten Mal in Neumünster zu Gast und bringt diese berührende Chronik am Montag, den 11. Mai 2026, auf die Bühne.
Lyrik und Textase von jungen Poetinnen und Poeten sind bei deren Slam am Dienstag, dem 12. Mai 2026, zu erleben.
Ein Ballett nach dem Märchen "Vom Fischer und seiner Frau" ist am Freitag, 22. Mai 2026 zu sehen Ein Fischer fängt einen sprechenden Butt, der eigentlich ein verzauberter Prinz ist und ihm Wünsche erfüllen kann. Doch der Fischer lässt ihn frei, ohne einen Wunsch zu äußern. Seine Frau Ilsebill kann das nicht fassen und schickt ihn zurück: Ein größeres Haus soll her. Der Butt liefert. Doch dabei bleibt es nicht. Ilsebill verlangt immer mehr: Erst will sie Fürstin sein, dann Königin und schließlich Päpstin. Mit jeder neuen Forderung wird das Meer bedrohlicher und der Himmel dunkler. Der Fischer ahnt, dass das nicht gut enden kann. Philipp Otto Runge, ein norddeutscher Maler, schrieb das Märchen ursprünglich auf Plattdeutsch, bevor er es den Brüdern Grimm übergab. „Vom Fischer und seiner Frau” ist eine zeitlose Parabel über Maßlosigkeit und menschliche Gier. Doch während Märchen meist erzählt werden, entfalten sie in getanzter Form eine ganz eigene Magie.
Ohne Worte, allein durch Bewegung und Musik, bringt das Landestheater Detmold die berühmte Geschichte familiengeeignet auf die Bühne.
Mit „Farm der Tiere“ nach dem Roman von George Orwell ist am Mittwoch, dem 27. Mai 2026, ein Musiktheater über Macht, Manipulation und den Traum von einer besseren Welt zu sehen.
Den Tieren auf der Manor Farm reicht es. Sie schuften, hungern und leiden, doch ihr Bauer kümmert sich nicht um sie, sondern nur um seinen Profit. Als er eines Morgens die Fütterung vergisst, ist das Maß voll: Die Tiere erheben sich, jagen ihn vom Hof und rufen eine neue, gerechte Ordnung aus. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit! Doch was als Utopie beginnt, wird schnell zum Albtraum. Die Schweine übernehmen das Kommando, beugen die Regeln zu ihren Gunsten – und bald ist klar: Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher als andere. Orwells im Jahr 1945 veröffentlichte politische Fabel war eine Abrechnung mit der Russischen Revolution. Das Stück ist auch heute noch hochaktuell und zeigt uns, dass Revolutionen selten so enden, wie sie begonnen haben. Rebellion schlägt in Diktatur um, und das Erwachen kommt zu spät.
Die Inszenierung des Theaters für Niedersachsen setzt auf Musik, die das Geschehen mit Wucht vorantreibt – ein Soundtrack, der sich dem System nicht beugt.
Tickets sind erhältlich unter www.theaterneumuenster.de, Tel.: 04321/942 33 16 und im Kulturbüro Neumünster am Kleinflecken 26.
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